graphische Partitur "Augenklang"

"Was nur durch das Ohr, nicht aber durch das Auge wahrgenommen werden kann, ist im Bereich unserer Wahrnehmung das Unsichtbare. Die Menschen haben sich immer wieder einreden wollen, das Unsichtbare könne nicht wirklich sein. (...) Geräusche, Töne, Klänge kann man nicht sehen, so wenig wie Gefühle und Gedanken. Trotzdem ist alles dessen wirklich. Die ganze menschliche Existenz ist in eine Sphäre des Unsichtbaren eingebettet. In dieser Sphäre leben wir und bewegen uns." Georg Picht

Karoline Schulz versucht sich auf verschiedenen Wegen dem Phänomen Musik zu nähern. Nach einem Orchestermusikstudium bei Eckart Haupt und Irmela Boßler spielt sie als Flötistin in  Orchestern und Kammermusikgruppen. Wichtige Impulse für die Interpretation zeitgenössischer Musik gab ihr ein Jahr in der Ensembleakademie des Ensemble modern in Frankfurt. Sie studierte Komposition bei Jörg Herchet und schrieb Kammermusik und Orchesterkompositionen. Eine weitere wichtige Erfahrung war und ist die Beschäftigung mit freier Improvisation im sächsischen Improvisationsensemble und der Neuen Dresdner Kammermusik. Als Flötenlehrerin und Kompositionspädagogin in der Komponistenklasse Halle setzt sie sich mit musikpädagogischen Fragen auseinander. 


„Was mich beschäftigt, ist die Kluft, die ich empfinde zwischen der Welt der ‚Neuen Musik‘, in der das Komponieren verankert ist, und dem, was ich das ‚alltägliche Leben‘ nennen möchte. In dem ‚alltäglichen Leben‘ begegnen mir viele für mich bereichernde Menschen, die mich in ihrer Art zu leben beeindrucken. Mit ihnen gestalte ich einen Kinderladen, baue eine freie Schule auf, rede über Bücher, Filme und Ausstellungen, aber ‚Neue Musik‘ kann ich mit ihnen nicht wirklich teilen. Da empfinde ich mich als Außenseiter. Ich würde gerne Musik schreiben, die diese Kluft mit klingender Kraft überwindet; die in den Impulsen der ‚Neuen Musik‘ ihre Wurzeln hat und trotzdem nicht für ein Fachpublikum geschrieben ist, sondern für all die vielen Menschen, denen ich in meinem Leben begegne und die mir wichtig sind. In eingen Stücken versuche ich, von ganz alltäglichen Dingen oder Bildern auszugehen und diese mit den Möglichkeiten meiner musikalischen Fantasie in Klang zu verwandeln.“